Wie ich mir gerade eben selbst erklärt habe, definiere ich mich vor allem über pragmatisches, logisches und realitätstreues Denken, um weder in einer illusionären Traumwelt zu versinken, noch unkontrolliert und falsch zu Handeln, mit dem Ziel und der Konsequenz, dass ich immer einen genauen Blick über die Gesamtsituation habe, und mir somit sicher sein kann, dass ich Herr über mich selbst bin, und frei und unabhängig Handeln kann. Das ist der Punkt, weswegen ich in ständigem Versuch bin, mich von gesellschaftlichen Zwängen zu distanzieren. Es ist mein Leben, nicht das der anderen, also warum soll ich mich von ihnen abhängig machen?

Nachdem ich die Alexandertechnik erfolgreich erlernt habe, ist jeder Tag ein Geschenk. Ich entwickel mich weiter, festige meine Persönlichkeit mehr und mehr und weiß endlich wer ich bin und was meine grundlegenden Charakterzüge sind. Der Alptraum, der vor ca. drei Jahren angefangen hat, nimmt endlich ein Ende und koste es was es wolle, ich werde niemals wieder in alte Muster zurückfallen, die Kontrolle über mich verlieren, depressiv werden und mich von meiner Außenwelt und Personengruppen so stark abhängig machen, dass ich zur Marionette werde und mich selbst verrate, mich für mich schämen muss und meine Fähigkeiten, meine Kompetenzen und Stärken so weit unter den Tisch kehre, dass ich mich als weitaus weniger wahrnehme als ich eigentlich wert bin.

Ich habe die Fähigkeit, alles was um mich herum ist zu analysieren. Menschenbilder, Situationen, Konflikte, Rahmenbedingungen, Zwänge, Motive und Absichten. Diese Fähigkeit erlaubt es mir, immer ein sehr realitätsnahes Bild mit mir herumzutragen, nach dem ich mich richte und handle. Daraus folgt wiederum, dass ich es sogar schaffe meine eigenen Emotionen zu kontrollieren. Sobald in meinem Kopf etwas als schlüssig und logisch erscheint, kann ich mich neutral und guten Gewissens danach richten und somit sogar Emotionen abschalten, die meiner Meinung nach als Leitmotive des Handelns einer jeden Person stehen. Mein persönliches Fazit ist also, umso stärker ich mich von Emotionen distanziere, desto freier, souveräner und unabhängiger kann ich selbst Handeln. Das würde für jeden jetzt so aussehen, als wäre ich in meinem Kopf wie eine kalte Maschine die das Leben nicht lebt, aber es ist genau umgekehrt. Ich lebe genau deswegen vor allem im jetzt, kann alles so wahrnehmen, wie es wirklich ist, und genieße jede Sekunde. Ich habe Freunde, gute Freunde, weiß dank meines rationalen Denkens was ihre Stärken und Schwächen sind, und schätze sie daher umso mehr für jede Sekunde die ich in ihrer Umgebung bin und jede Handlung die sie unternehmen. Mein Leitmotiv beim gezielten Ausschalten von Emotionen bezieht sich somit also nicht auf alle Gefühle die ich bezüglich allem habe, sondern nur um jene, die rund um die Uhr präsent sind, bzw. sein können und somit mein Wahrnehmungsvermögen trüben und mir meine heiß geliebte Handlungsfreiheit rauben

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